In drei Wochen, so hat unser Chorleiter entschieden, sollen wir Buxtehude singen. Auf Deutsch. Und ich darf bis dahin das Deutsch der Chores auf Vordermann bringen.
Der kleine Mann sang heute Morgen unaufhoerlich "Kling Gloeckchen" und das Wetter gehorchte und praesentiert mir nun ein (fast) perfektes norddeutsches Weihnachten:
10*C und Regen.
Und da heisst es, unser Land leide unter Hitze und Duerre...
Da bin ich wieder. Nachdem Norton meinen Rechner fuer vier Tage lahm gelegt hatte, hat es der Ringelmann heute geschafft, mir den Rechner wieder fit zu machen.
Und wenn ich nicht Wildhueter spielen muss werden meine T-Shirts auch viel besser. (Entstanden gestern, nur mit der tatkraeftigen Hilfe des kleinen Mannes...)
Oft ruft der Ringelmann tagsueber ja nicht zu Hause an. Und tut er es, weiss man, er will etwas. Heute war es ein Anruf um mich zu informieren, dass er jetzt mit seinen Messungen anfaengt. Ich werde ihn nachher abholen, nach Hause bringen und dann wird er mit dem Auto zurueck zum Lab fahren. (Abends gibt es hier keine Busverbindung. Und die Baerenuni ist ein bisschen zu weit entfernt von uns um auf Schusters rappen nach Hause zu eilen.) Und jetzt werde ich in meine grade wieder aufgeraeumten Kueche verschwinden und ein kaltes Abendessen fuer drei hungrige Physiker bereiten. Denn vor 2/3h morgen frueh, wird der lange Mann nicht wieder nach Hause kommen. Eigentlich hatte ich mich ja auf zwei Stunden Fitnessstudio und einen Abend ohne das Ringelkind gefreut. Stattdessen gibt es nun Kochen und das Ringelkind ohne den Ringelpapa. Ich liebe den Job meines Mannes. Wirklich!
Also der kleine Mann muss nicht unsere Freunde (schon gar nicht die, die genau gleichalt sind) siezen. Sondern wir bitten ihn den Organisten in der Kirche, das aeltere Ehepaar ein paar Haeuser weiter und den Kinderarzt zu siezen.
Die angeblich ja so harmlosen Windpocken fuehrten bei mir als Kind zu einer schweren Mittelohrentzuendung. Seitdem habe ich einen Hoerverlust und mein HNO eroeffnete mir mal, dass ich damit rechnen muesse, irgendwann mein Hoervermoegen ganz zu verlieren.
Heute Morgen flatterte mir per e-Mail eine Einladung ins Haus:
Hurra, wir haben es geschafft: Niki hat die Windpocken. Zur Feier dieses wundervollen Ereignisses laden wir Euch alle ein mit uns zu feiern uns zu teilen. Bitte kommt am..um...
Der kleine Mann ist zwar geimpft, aber wir lehnen doch dankend ab.
Es gibt Momente, da zweifel ich an der Intelligenz der menschlichen Rasse. Aber lassen wir das...
Die Batik-Party war ganz nett - mehr aber auch nicht. Mein T-Shirt ist nicht so geworden, wie geplant. Aber seht selbst:
Der Ringelmann ist mit seinem ganz zufrieden. Nur weiss ich, dass er seines nie anziehen wird. Er hat schon drei im Schrank liegen. (Das vierte habe ich ohne sein Wisssen verschenkt. Gemerkt hat er das auch nicht.)
Die Ringelmaus hat sich mit seinem T-Shirt viel Muehe gegeben und ist stolz wie ein Mops.
Der Besuch an sich war etwas anstrengend. Unsere Freunde haben sechs Kinder und wie sie selbst sagen, keine Zeit, sich immer um ihre Erziehung zu bemuehen. Und was soll ich sagen, das merkt man auch. Ich habe mich eigentlich staendig unwohl gefuehlt, weil die Kids so ziemlich alle unserer Hausregeln brachen. Aber die Eltern griffen nicht ein. Also hab ich dann irgendwann gesagt, dass wir Essen nicht auf den Terassenfussboden spucken. Dann gab's Aerger mit der Mutter. Was mir denn einfiele. Ich duerfe nicht ihre Kinder erziehen. Dem stimme ich zu, aber muss ich erlauben, dass die Kids sich in unserem Haus wie die Wilden auffuehren?
Dann das naechste Problem. Unser Sohn ist ihnen zu hoeflich. (Go figure!) Dass wir ihm beigringen, Erwachsene zu siezen und den Nachnamen anstelle des Vornamen zu verwenden, sei fast schon Kindesmissbrauch. Also Hoeflichkeit ist fuer mich kein Missbrauch. Aber vielleicht bin ich ja so altmodisch. Wie handhabt Ihr das denn?
Dass unser Kettlerdreirad kaputt ist, weil eine 14-jaehrige und ein 10-jaehriger gleichzeitig drauf fahren mussten, ist ja kaum noch der Rede wert.
Also ich war froh, als die Party vorbei war. Und bis zum naechsten Jahr ist jetzt erst Mal Ruhe!
Der Nudelsalat ist gekocht, alle tragen brav ein gebatiktes T-Shirt. (sogar der Ringelmann) und der Garten ist (teilweise und oberflaechlich) aufgeraeumt.
So, nun kann sie also losgehen unsere Sommer-Batik-Party.
Ich muss nur aufpassen, dass die Gaeste sich nicht zu viel bewegen, denn Bewegung macht Hunger. Und wir haben ja leider ein Wuerstchen-Rechenproblem...