Reisezeit ... oder Die Odyssee
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er ja bekanntlich 'was erleben. Und wenn die Ringelleute reisen, dann können die Ringelleute etwas erleben. Aber von vorn...
Am 21.12. begaben wir uns wohlgemut zu unsrem zugegebenermaßen kleinen Flughafen, um uns von hier nach Philadelphia bringen zu lassen. Zwei Stunden vorher da, einchecken, warten, ein bisschen durch die Flughalle rennen, und dann die Ansage: "Der Flug US/0815 von Bärenstadt nach Philadelphia wurde gecanclet. Bitte begeben Sie sich an den Schalter A." Grumpf! Also zurück an den Schalter. Koffer wieder in Empfang genommen, sich auf einen Flug von Elmira nach Phil umbuchen lassen und sich mit fünf anderen in einem Großraumtaxi dorthin bringen lassen. Beim Betreten der Abflughalle hören; "Das Bording des Fluges US/Aufwiedersehen nach Philadelphia ist jetzt abgeschlossen." Richtig, wir hatten das Flugzeug verpasst und wurden auf die nächste Maschine nach Phil umgebucht. Der Rest der Reise verlief ereignislos. Sieht man vielleicht mal davon ab, dass der kleine Mann im Flugzeug nicht schlief und über 30 Stunden wach blieb. Einen Tag später in Hamburg angekommen, wurden wir lieb empfangen und zu den Ringelmanneltern nach Ratzeburg gefahren. Ruhe für zwei Wochen. (Na, nicht richtig Ruhe, aber davon später mehr...)
Der Rückflug war ereignisreicher. Aber wie schon bemerkt, wer eine Reise macht, der... aber das sagte ich ja schon.
Wer schon mal versucht hat, einen tiefschlafenden Löwen zu wecken, weiß, wie es mir erging, als ich den kleinen Mann am Freitagmorgen um kurz nach 3h morgens aus seinem Tiefschlaf holte. Nein, er hat sich nicht gefreut. Gar nicht. Wenig später saßen wir dann wundersamerweise jedoch im Ringelmanneltern-Auto und ließen uns nach Hamburg fahren. Die Schlange am Lufthansaschalter war auch nur ein bisschen länger als der Äquator und wir sehr geduldig im Warten. (Mama sind wir gleich dran? Mama wann sind wir zu hause? Mama, ich will jetzt nach Bärenstadt...) Am Schalter angelangt, erklärte uns die freundliche und kompetente Lufthansadame, dass wir leider nicht in die USA einreisen könnten, weil unser Sohn keinen deutschen Reisepass und wir kein gültiges Visa hätten. Wir haben ihr dann erklärt, dass der Ringelsohn Amerikaner ist und seine Eltern stolze Besitzer einer Greencard. Verstanden hat sie uns, glaube ich, trotzdem nicht. Immerhin hat sie unsere Tickets bearbeitet. Wenn auch nicht richtig, aber das fanden wir erst später heraus. Von Hamburg ging es nach Manchester, England. Schnell aus dem einen Terminal raus, hundert Treppenstufen runter, und, vor verschlossenen Türen stehen. Die Sicherheitskontrolle am anderen gate war noch zu. Manchester schlief noch. Aber wir hatten ja Zeit und warteten gern auf einem grauen Gang mit Neonbeleuchtung. Fand allerdings, dass die graugrüne Gesichtsfarbe uns eigentlich gar nicht stand. Irgendwann waren wir jedoch im richtigen Terminal. Nun ist Manchester ja nicht irgendein Flughafen, sondern ein durchdachter. Und so werden die gates erst 30 Minuten vor Abflug bekannt gegeben. Die restliche Zeit darf man im "Food Corner" verbringen. Aber auch die längste Wartezeit geht einmal vorbei und wir kamen zum angekündigten Gate. Schlange bilden, greencard raussuchen, Pässe suchen, warten. Auf einmal: "Die Ringels werden gebeten sich bei der Abfertigung zu melden." Verwünscht noch einmal. War unser Flug gestrichen? Überbucht? Nichts dergleichen. Die freundliche Dame aus Hamburg hatte nur vergessen, unsere Greencarddaten in den Computer einzutragen. Und ohne diese eingetragenen Daten durfte weder unser Gebaeck verladen werden noch wir das Land verlassen. In Windeseile und ein bisschen ängstlich füllten wir die Zettel aus, beantworteten tausend Fragen und wurden dann gesondert, aber dafür recht zügig abgefertigt. Acht Stunden im Flugzeug sind lang. Acht Stunden neben einem sich langweilenden, müden Dreijährigen noch länger. Die Dreiviertelstunde, die wir über Philadelphia kreisten am längsten. Aber wie schon erwähnt, auch das längste Warten hat ein Ende, und wir hatten wieder festen Boden unter den Füssen. So schnell wie jetzt war die Einreise noch nie. Was ist die Greencard doch für eine tolle Sache. Schade nur, dass wir trotzdem lange Warten mussten, weil das Gepäck nicht kam. Doch schließlich kam es, und nach Zoll-und Agrarkontrolle waren wir das Gepäck wieder los. Und hatten ein wenig Zeit auf dem Flughafen. Sogar ein wenig mehr, denn...
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