Obwohl sie vor zwei Jahren nach Canada zog, hatten wir immernoch regelmaessig Kontakt. Wir haben telefonisch fuer den anderen Haendchen gehalten, mitgelacht und manchmal auch mitgeweint.
Als ihr Sohn als autistisch diagnostiziert wurde, war's als haette mir jemand einen Schlag versetzt. Ich kann mir kaum vorstellen, wie schmerzhaft es fuer sie sein muss.
Ich habe verstanden, warum sie den schulmedizinischen Weg verliess und ihr Heil in exotischen Methoden suchte. (Ich wuerde auch alles versuchen.) Heute warf sie mir vor, dass ich die Schulmedizin verteidige (weil ich nicht an Pupillendiagnostik glaube. Und weil ich auch nicht glaube, dass Impfen Autismus verursacht. Diese elendige Studie wurde zurueckgenommen, aber Leute glauben noch immer an sie.). Ich unterstuetze sie nicht und fiele ihr nur in den Ruecken.
Ich hab versucht ihr zu erklaeren, dass man nicht immer einer Meinung sein muss.
Aber sie wurde sehr persoenlich und warf mir unter anderem vor, dass der kleine Mann Schuld am Autismus ihres Sohnes sei. Sein Haareziehen (als beide ungefaehr 9 Monate alt waren) haette ihn traumatisiert. Ich hab ihr vorgeschlagen fuer heute vielleicht mit dem Telefonieren Schluss zu machen. (Bevor mir auch noch der Kragen platzt und ich ihr etwas Verletzendes an den Kopf werfe.)
Aber sie hat nur gesagt: "Am Besten machen wir nicht Schluss mit dem Telefonat, sondern mit unserer Freundschaft."
bea
/ Website
(14.8.07 20:53)
oh das tut mir sehr leid. sie ist verzweifelt und schlägt um sich. vielleicht kommt sie ja noch mal zur besinnung. ich wünsche es dir.
LG
und big hug
Bea
kathrin
/ Website
(15.8.07 11:42)
oh.
das tut weh - bei allem verständnis für die situation dieser mutter. aber ungerechtfertigte angriffe helfen meist nur kurzzeitig, weil sie ablenken, aber nichts lösen.
ich wünsche dir auch, daß sie zur einsicht kommt und in einer weile es möglich ist, über alles zu sprechen, so daß eine annäherung möglich ist.
Thea
/ Website
(15.8.07 16:32)
Sowas ist immer sehr traurig und schade,aber ich denke auch, dass Sie im Moment sehr verzweifelt ist und nur um sich schlägt und nach einiger Zeit sicher wieder zur Besinnung kommt.
Herzliche grüße
Thea
Aber diese Mutter wird bereits soviel an Verletzungen, Rückschlägen und mildem Belächeln der von ihr gewählen Heilverfahren einstecken müssen, daß sie nun einfach blindwütig um sich haut ohne drauf zu achten, WEN sie trifft. Ich glaube, daß da ganz viel Verzweiflung und Verletzungen dahinter stehen. Und Autismus ist einfach ganz ganz schwierig der Umwelt verständlich zu machen. Mein Kleiner hat seine Narbe, das sieht man. Oder einem Down-Syndrom-Kind sieht man es eben auch an, daß was nicht stimmt. Ein Autist wird doch immer als "dumm" und "blöd" und "auffällig" hingestellt. Wer weiß, was die Mutter da schon alles gehört hat... Wobei sie doch wissen müßte, daß sie bei Dir gut aufgehoben wäre... Ich hoffe sehr für Dich (und auchfür Deine Freundin!), daß Ihr wieder einen Weg zueinander findet. Fühl Dich bitte nicht persönlich angegriffen!
Ich drück Dich mal ganz lieb
Jeanie
Die Rabenfrau
/ Website
(17.8.07 11:22)
Das tut mir sehr leid für dich. Ich denke auch, dass die Mutter verzweifelt ist und irgend einen Grund sucht dafür, wie es ihrem Kind geht. Vielleicht findet ihr ja doch irgendwann wieder zu einander, aber ich denke, sie hat dich (und dein Kind) schon hart getroffen mit ihren ungerechten Vorwürfen. Das steckt man nicht einfach so weg...