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Einladung - Predigttext auf Deutsch

Etwas holperiger als die Originalversion. Aber hier ist sie:

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, dem Vater, und unserem Herrn Jesu Christo.

Du bist heute eingeladen. Du bist eingeladen zu kommen und zu sehen, wie Gott wirken wird.
Letzte Woche hörten wir die Geschichte von Abraham und Sarah. Sie hatten Gäste. Gott der Herr persönlich kam zu ihrem Zelt und versprach das eigentlich Unmögliche: einen Sohn nach einem Leben gelebt in Unfruchtbarkeit.
Heute hören wir, dass aufgrund dieses Versprechens, des Versprechens, Abraham zum Urvater vieler Nationen zu machen, Gott bereit ist, Abraham zu zeigen, was er als nächstes tun will.
Gott ist auf dem Weg nach Sodom und Gomorrah. Doch dieses Mal wird er keine Versprechen und keinen Segen überbringen, sondern Er wird kommen um die Bösen, Sündigen und Schlechten zu strafen.

Klingt das nicht wundervoll?

Gott hört die Hilfeschreie der Unterdrückten. Menschen leiden und Gott ist auf dem Weg das zu ändern.
Wir könnten jetzt die Geschichte Geschichte sein lassen, nach hause gehen und diesen schönen Sommertag genießen. Wissen wir doch, dass endlich einmal das Richtige getan wird und dass die Welt nun ein besserer Ort ist – ohne Sodom und Gomorrah.

Doch warte!

Bevor wir gehen sollten wir noch einmal Abraham zuhören. Lasst uns sehen, was er sieht.
Abraham ist nicht glücklich. Eigentlich ist er ziemlich schockiert. Er fühlt mit den Menschen in Sodom und Gomorrah. Und so beginnt er etwas, das eigentlich noch viel schockierender ist: er beginnt mit Gott zu feilschen.

„Also, Du würdest doch keine Stadt zerstören, wenn sie 50 rechtschaffende Menschen hätte, oder?“

„Wie ist das bei 45?“

„Oder bei 30? 20? Zehn?“

Und Gott stimmt zu: finde mir zehn rechtschaffende Menschen und ich werde die Städte nicht zerstören.
Abraham feilscht für uns. Für mich – und für Dich. Denn Du und ich, wir leben in Sodom und Gomorrah. Unseretwegen rufen Menschen verzweifelt zu Gott. Und es ist unsere Bestrafung, über die Gott mit Abraham spricht. Die Strafe, die das Gesetz vorschreibt.
Genau wie Abraham werden wir dabei scheitern, die Städte und uns zu retten. Denn wir sind nicht rechtschaffend. Wir sind wie all die anderen dort in Sodom und Gomorrah. Genau genommen: wir sind die Menschen in Sodom und Gomorrah.

Das ist es, worüber Paulus in seinem Brief an die Gemeinde in Kolossos schreibt. Wir sind schuldig. Schuldig vor Gott und dem Gesetz. Und da ist nichts, was wir tun könnten, um uns selbst zu retten. Alles, das wir können, ist Gottes Strafe auf uns zu lenken.
Doch Gott liebt diese Welt so sehr, dass er seinen einzigen Sohn hingab für uns. Für unsere Sünden. Für Deine und für meine.

Als Jesus starb, starben unsere Sünden, unsere Vergehen und unsere bösen taten mit ihm. Und als Jesus auferstand von den Toten, erstanden wir auch auf. Wir wurden frei. Frei von den Fesseln der Sünde und ihren Folgen und Strafen. Wir starben im Gesetz und erstanden erneuert in der Gnade Gottes.

Was bedeutet das für Dich? Was bedeutet es für Dich zu wissen, dass da nichts ist, dass Du tun kannst, um Dich zu retten?

Was bedeutet es Dir zu wissen, dass Gott Dein Leben nicht ausradieren wird trotz all der Dinge, die Du getan oder unterlassen hast?

Und wenn Gott uns nicht straft, dann straft er auch nicht andere. Ueberschwemungen, Erdbeben oder Stürme sind dann nämlich keine Strafen Gottes, sondern Naturkatastrophen und damit Teil des Lebens.

Aber wie ist das mit den anderen, mag mancher fragen. Wie ist das mit denn, die in eine andere Kirche gehen? Die zu einem anderen Gott beten? Oder die gar zu gar keinem Gott beten? Sicherlich wird jenen nicht vergeben. Sicherlich sind sie nicht durch Gottes Gnade ausgeschlossen von Seinen Strafen.

Doch denkt einmal darüber nach.

Macht es wirklich Sinn, dass der Schöpfer des gesamten Universums in nur einer einzigen religiösen Tradition bekannt ist? (Welche praktischerweise auch unsere eigene ist?) Wenn man Christ sein muss um Gottes Gnade erfahren zu können, dann ist das Gnade mit Voraussetzungen. Aber Gnade wird ohne Voraussetzungen gegeben. Da ist nichts, was wir tun müssten. Gottes Gnade kommt ohne zu erfüllende Voraussetzungen. Gott gibt seine Gnade frei – allen.

Warum sind wir also heute hier? Es ist Sommer und ich bin mir sicher, wir könnten auch alle etwas anderes machen.

Warum bist Du heute hier? Wenn es doch nicht einmal Fleißpunkte fürs Hiersein gibt.

Warum bist Du heute hier/ Wenn Gott doch alle Menschen liebt. Innerhalb dieses Gebäudes und außerhalb.

Es gibt nichts, was wir tun könnten, dass uns Gottes Vergebung sichert. Da ist nichts, was wir tun könnten, um Gott daran zu hindern uns zu strafen.

Und doch gibt es etwas, das wir tun können: wir können Gottes Ruf in unserem Leben hören und annehmen. Wir müssen dafür nicht warten bis alles im Leben oder in uns perfekt ist. Wir müssen auch nicht auf das neue Leben nach dem Tod warten. Wir können heute gehen und unsere Liebe und Anteilnahme mit unseren Nachbarn teilen.
Wir können heute gehen und mit all denen teilen, die unsere Hilfe brauchen. Wir können gehen und mit den Kindern dieser Gemeinde teilen, indem wir Helfer für die Bibelferien werden. Wir können gehen und in der Armenküche Lebensmittel an die Hungernden austeilen. Wir können gehen und helfen wo immer Gott uns hin ruft.
Nicht aus Angst vor Gottes Strafe, sondern weil wir Gottes Liebe und Freude, die wir in unserem Leben erfahren haben, mit anderen teilen wollen.

Gott kam als Gast zu Abraham und lud ihn ein zu kommen und zu sehen, was Gott als nächstes tun wollte. Gott lud Abraham ein zu kommen und zu kommunizieren. Eine Einladung zum Kommen, Hören und Sprechen mit Gott.
Gemeinsam mit Abraham sind auch wir eingeladen zu Kommen, zu Hören und zu Sprechen. Doch genau wie die Jünger wissen wir nicht, wie wir das schaffen sollen.

Wie spricht man mit Gott?

Jesus gibt uns die Antwort. Er zeigt uns wie man betet. Es ist nicht wichtig, dass die Worte schön klingen. Ich muss nicht Goethe sein um mit Gott sprechen zu können. Gott ist unser Vater. Und als unseren Vater können wir ihn ansprechen und mit ihm reden. Wir können kommen und alles bringen: unsere Hoffnungen und unsere Ängste, unsere Träume, Gedanken und Bedürfnisse. Wie Kinder können wir an Gottes Küchentisch kommen und erzählen, was in uns vorgeht. Und wie jeder Vater oder jede Mutter wird Gott zuhören und antworten.

Bittet Gott, sagt Jesus, und so wird Euch gegeben.

Klingt das nicht großartig? Bittet und es wird gegeben.

Doch warum, so mag mancher wieder fragen, bekomme ich dann nie, worum ich bitte?
Ich weiß darauf keine Antwort. Doch wie oft fragen wir eigentlich? Wie oft klopfen wir wirklich an die Tür und bitten darum, dass Gottes Wille geschehe? Wie oft fordern wir stattdessen? Versuchen wir Gott unseren Willen aufzuzwängen, anstatt zu bitten, dass Gottes Wille geschehe? Wie oft versuchen wir Gott und uns davon zu überzeugen, dass unserer Wille auch eigentlich Gottes Wille ist?

Und so wird Gott zum Zigarettenautomat. Oben steck ich ein paar Worte rein und unten bekomme ich raus, was ich haben wollte.

Doch das ist nicht, wozu Gott uns eingeladen hatte. Das ist nicht was Jesus bittet und so wird es Euch gegeben nennt. Das ist: Ich mache und Du Gott gehorchst besser!

Aber was ist Beten dann? Was ist Beten/Kommunizieren mit Gott durch seine liebende Gnade?

Jesus gibt uns und seinen Jüngern die Antwort.

„Betet zu Gott dem Vater.
Bittet mutig, dass sein Koenigreich kommen möge.
Bittet um das tägliche Brot und für ein Ende allen Hungerns.
Bittet für die Vergebung Eurer Sünden.
Bittet um Gottes Gnade in Eurem Leben, sodass Ihr diese Liebe, Gnade und Vergebung an Eure Nachbarn weitergeben könnt.
Und zum Schluss bittet darum, dass Ihr den Verlockungen des Bösen widerstehen könnt.“

Könnt Ihr Euch eine Welt vorstellen, in der all das geschieht? Das wäre in der Tat Gottes Koenigreich mitten unter uns.
„Bittet, und so wird Euch gegeben.’ Bittet um Gottes Königsreich und es wird gegeben. Gegeben durch Gottes Gnade.
Wir sind die Arbeiter in Gottes Königsreich. Er ruft uns dieses Reich und diese Visionen mit allen zu teilen. Er ruft uns Vergebung, Liebe und Friede mit allen zu teilen. Er ruft uns unsere Nachbarn zu lieben.

Du bist eingeladen zu kommen und zu sehen, wie Gott wirken wird.
Du bist heute eingeladen zu kommen und zu teilen, was Gott für Dich tat.
Du bist heute eingeladen u kommen und zu teilen was Gott Dir gab.

Du bist eingeladen zu kommen in Gottes Königsreich.

Heute – und jeden Tag.

Amen

Möge Gottes Frieden, der weit jenseits menschlichen Verständnisses ist, unsere Herzen beflügeln im Einklang mit unserem Herrn Jesus Christus
30.7.07 02:00
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Karen / Website (30.7.07 12:05)
Sehr schön! :-) Und ich hörte förmlich das Englisch hinter dem - gar nicht holprigen! - Deutsch, noch bevor ich so weit heruntergescrollt hatte, um zu entdecken, dass es ja auch die englische Originalfassung zu lesen gibt.

Liebe Grüsse,
Karen, die seit vier Jahren Predigten nur noch auf Englisch hört und sehr glücklich damit


Martha / Website (30.7.07 14:41)
ja danke - hei, kannst du Gedanken lesen? Ich hätte echt grosse Mühe gehabt, das English zu verstehen, denn my english is terrible. Also danke - herzlichen Dank.

Bisous,

Martha

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