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Nie angekommen

Wie schon erzaehlt, ziehen unsere Bekannten zurueck nach Deutschland. Fast taeglich kommen sie vorbei und werfen all den Kram bei uns ab, den sie nicht mitnehmen koennen oder wollen. Wenn ich so durch ihre Sachen stoebere, faellt mir auf, dass obwohl sie ueber 15 Jahre hier gelebt haben, sie nie richtig hier angekommen sind. Jedes Jahr sind sie zwei, drei Mal nach Deutschalnd geflogen. Nicht unbedingt der Familie wegen, sondern zum Einkaufen. Fuer Knorr Fix, Maggi Sossen, deutsche Schokostreusel und Gummibaerchen. Sie hatten drei verschiedene deutsche Wochenmagazine aboniert. Eine deutsche Tageszeitung, sowie mehrere Frauenmagazine. Die beiden haben sich ihr kleines, ideales Deutschland inmitten des internationalen Gewimmels unserer Universitaetsstadt geschaffen.

Ich glaube, es ist gut, dass sie zurueckgehen. Keiner kann so zerrissen leben.

Aber ich bange auch ein bisschen mit ihnen, denn keinesfalls wird Deutschland so ideal sein, wie sie es sich in fuenfzehn Jahren schoen gedacht haben.

Vielleicht ist das das schwerste Los: nirgens zu Hause zu sein.

Auswanderer sein, die wieder zurueckkommen.

Ich bin dankbar, hier zu Hause zu sein.
20.3.07 19:01
 


bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Karin / Website (21.3.07 08:06)
Tja.... nach vier Jahren in der Schweiz überlege ich jetzt langsam, die "Süddeutsche" abzubestellen ;-). Aber da ist der Unterschied ja nicht ganz so extrem.
Mein Vater dagegen ist ja irre stolz darauf, dass er in China gelebt/gearbeitet hat und wie toll da alles ist. Und wo wohnt er? In einem ehemaligen Bonzenhotel, abgeschirmt vom Rest Chinas, wo jetzt alle Ausländer in der Stadt gebündelt werden. Irre authentisch.
Aber ich finde, ihr klingt richtig gut "angekommen".
LG
Karin
PS: Päckchen braucht angeblich 7 - 15 Tage, ab gestern.


Annette / Website (21.3.07 15:20)
Also hier in Athen gibt es auch so Spezies.
Wenn ich nur dran denke, ich muesste wieder in DE leben wirds mir richtig koerperlich schlecht.
Den einzigen deutschen Luxus, den ich mir goenne, ist eine Satellitenschuessel und damit deutsches Fernsehen.
Da mein Griechisch aber immer besser wird, werd ich in Zukunft auch bald mal griechisches Fernsehen schauen koennen, wenn ich es denn will, denn errrrm nun ja, die Qualitaet laesst zu wuenschen uebrig


Susan / Website (23.3.07 05:50)
Hi,
aber so ein bißchen kann ich deine Bekannten auch verstehen: Gummiärchen und deutsche Zeitung - das ist noch ein Stück Heimat. Mir fällt auf, daß ich hier deutsches Brot kaufe, den Spiegel gegenüber dem Time-Magazine bevorzuge und Gummibärchen regelrecht vermisse ;-)
Allerdings schotten wir uns hier nicht ab und wir schaffen uns kein zweites kleines Deutschland - z.B. haben wir uns wie echte Aussies ein Riesenbarbeque-Dingsda angeschafft.
Aber es ist tatsächlich besser, man geht zurück, wenn man noch sehr stark der Heimat verhaftet ist, sosnt wird man nie irgendwo heimisch und glücklich.
Australien ist zwar auch nicht unbedingt mein Traumland, aber ich persönlich vermisse Deutschland - bis auf Familie und Freunde - nicht sehr. Ich weiß nicht, ob ich jemals wieder in Deutschland leben können werde.
Nun ja, wie auch immer. Viele Güße aus Down Under. Ich geh jetzt mal weiter bei euch stöbern. Susan



Annette / Website (23.3.07 14:36)
Hab nochmal drueber nachgedacht und okay, ich denk, dadurch, dass ich ja immer noch in Europa bin und in Griechenland fast alles zu haben ist, was es auch in DE gibt (z.Bsp. Gummibaerchen...), gibt es fuer mich (mal von Freunden abgesehen) in der Tat nichts zu vermissen.
Denke der "Kulturschock" ist, je weiter man weg ist, dann doch auch etwas groesser.
Theoretisch waer ich ja in 3 Stunden in DE, sofern ich wollte.

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