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Ein neuer Zyklus

Und da bin ich wieder: unruhig, traurig, muede, hilflos. Noch immer bin ich meiner Angst und dem, was ich da verdraenge kein Stueck naeher gekommen. Aber die dunkeln Gefuehle sind zu dauerhaften Begleitern meiner Tage geworden.
Ich moechte mal einen Tag davon loskommen. Einen Tag nicht den ganzen Kram mit mir rumschleppen. Einfach mal alles abgeben koennen. Wie einen Rucksack, den man am Ende des Weges abnehmen kann. (Oder wie einen Rucksack waehrend der Pause, denn am Ende meines Weges moechte ich dann doch noch nicht sein.)
Irgendwie habe ich auch Angst, den Gefuehlen auf den Grund zu gehen. Ein Teil von mir moechte gar nicht wissen, was da nun schon wieder liegt.
Natuerlich weiss ich, dass ich gucken muss. Ohne Gucken schleppe ich nur noch mehr Balast mit mir rum.
Trotzdem bin ich diese Zyklen so Leid. Angstzustaende, Depressionen, Trauerarbeit und noch mehr Trauerarbeit, alles angucken, benennen, aussprechen, wieder fuer eine Weile Frieden haben, und dann Angstzustaende, Depressionen...
Ich will das nicht mehr. Ich will auch ein normales Leben!
Ich hab keine Lust mehr auf ein Leben in Schwarz und Weiss. Ich fuehle mich gefangen und verliere den Ueberblick.
Der kleine Mann ist ein wunderbares Kind, aber ich sehe dann nur noch, was mich nervt. Sehe seinen Quatsch aber nicht seine Lachgruebchen.
Ich sehe beim Ringelmann nur noch, dass er mich viel alleine laesst (nicht nur zeitlich, sondern vorallem bei Entscheidungen) aber ich sehe nicht seine lieben Blicke oder die ausgestreckte Hand.
Es ist wie ein Leben im schwarz-weiss Film. Sogar der Schnee wird schwarz.
Ich wuensche mir Fruehling. Nicht nur draussen, sondern auch in mir drin.
Ich hab genug von meinen 'Daemonen', aber die werden wohl fuer immer ein Teil von mir bleiben.
Ein freier Tag. Einen einzigen. Warum geht das nicht? ...
8.3.07 16:21
 


bisher 5 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Annette / Website (8.3.07 17:17)
Ich kann dich sehr gut verstehen.
Oft hab ich mir nur einen Tag Urlaub von dem ganzen Muell, den ich seit 23 Jahren mitschleppe, gewuenscht.
Es war ein steiniger Weg,es hat mich viel gekostet, aber inzwischen schaffe ich es.
Noch nicht fuer einen Tag, aber oft fuer viele Stunden.
Wahrscheinlich werd ich immer ein wenig aengstlicher als andere sein, aber kein Vergleich mehr zu frueher.
Was ich damit sagen will, es ist moeglich. Es gibt einen Ausweg.
Verzweifel nicht, hoer in dich hinein. Ich hab 20 Jahre gebraucht, bis ich mich den Daemonen stellen konnte, aber es war eine unglaubliche Befreiung.
Wann der Zeitpunkt dafuer da ist, wirst du spueren.
Ich wuensch dir viel, viel Kraft und Mut.


bea / Website (8.3.07 18:19)
Ich wünsch dir auch einfach kraft und mut!


Neunlaternenspielerin / Website (8.3.07 19:03)
Ersteinmal möchte ich Dir Kraft über den Atlantik schicken, dass Du auch diesesmal durch das Tal kommst, und die Hügel und Täler zumindest flacher werden, wenn sie schon nicht weggehen. Aber ich habe mich von deiner Beschreibung des Lebens in schwarz-weiss sofort angesprochen gefühlt - ich schleppe auch einiges mit mir herum, aber so habe ihc es noch nie gesehen. Jetzt muss ich darauf achten, wie und wann mein Leben in das schwarz-weisse abdriftet. Ein sehr interessanter Vergleich - ich habe es bislang immer nur Weltschmerzanfälle genannt.


Jeanie / Website (8.3.07 20:11)
Auch ich schicke Dir ganz viel Mut, Kraft, Ausdauer und viel Sonnenstrahlen über den riesengroßen Teich! Ich hab mich leider sehr sehr wiedererkannt in Deinem Beitrag... dieses entweder oder, schwarz oder weiß (meist aber eher schwarz...) Diese ewige Last, die man mit sich rumschleppt... Ich hoffe sehr, daß Du einen fähigen, guten Therapeuten hast, der Dir aus diesem Tal wieder ein Stück raushelfen kann....

Und v.a. wünsche ich Dir, daß Du die ausgestreckte Hand des Ringelmannes und das Leuchten in den Augen des kleinen Mannes wieder sehen kannst!


Claudia / Website (9.3.07 00:07)
Auch von mir viel Kraft und Durchhaltevermögen - und die besten Wünsche, dass wenigstens ein kleiner Sonnenstrahl schon bald zu dir durchkommt.
Alles Liebe
Claudia

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