Normalerweise kennt der Ringelmann ja viel mehr Fernsehserien. Der hat ja alles schon irgendwann mal irgendwo gesehen. (Das kommt davon, wenn man so viel reist und die Hotelraeume HBO haben.)
Aber gestern konnte ich ihn nun doch ueberraschen. Er kannte die Serie nicht und gefallen hat sie ihm auch noch.
Nun frag ich mich ja bloss, ob er jetzt auch Mountie in Chicago werden will...
Der erste Versuch mit einem Haustier ist ja klaeglich fehlgeschlagen. Aber jetzt versuchen wir es wieder. Und da der Hund uns fast zum Fruehstueck verspeist haette, nehmen wir dieses Mal ein kleineres Tier.
Die Adoptionsunterlagen (ja, so heisst das hier!) sind beim Zuechter. Und in etwa 10-12 Wochen duerfen wir eine mit nach Hause nehmen.
Der kleine Mann kann es kaum noch erwarten. Ich auch nicht. Der lange Mann ist eher noch zurueckhaltend. Aber Herr Mutzeputz (oder wie wir ihn auch immer nennen werden) wird sein Herz schon noch erobern.
"Mama, mag Jesus lieber Hunde oder lieber Katzen?"
(Manche Fragen ueberraschen mich immernoch. Besonders wenn ich mit meinen Gedanken grad im Kochtopf stecke.)
"Ich denke, er mag beide gleich gern."
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Pause von zwei Stunden.
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"Mama, was sind disciples?"
"Das sind die Freunde von Jesus, die mit ihm zusammen anderen Menschen Geschichten ueber Gott erzaehlt haben. Im Deutschen kann man auch Juenger sagen."
"Dann sind das keine Tiere?"
"Nein, die Freunde waren und sind Menschen."
"Ach so, und ich dachte, der Pastor hat uns heute eine Geschichte ueber Jesus und seine Haustiere erzaehlt!"
In drei Wochen, so hat unser Chorleiter entschieden, sollen wir Buxtehude singen. Auf Deutsch. Und ich darf bis dahin das Deutsch der Chores auf Vordermann bringen.
Der kleine Mann sang heute Morgen unaufhoerlich "Kling Gloeckchen" und das Wetter gehorchte und praesentiert mir nun ein (fast) perfektes norddeutsches Weihnachten:
10*C und Regen.
Und da heisst es, unser Land leide unter Hitze und Duerre...
Da bin ich wieder. Nachdem Norton meinen Rechner fuer vier Tage lahm gelegt hatte, hat es der Ringelmann heute geschafft, mir den Rechner wieder fit zu machen.
Obwohl sie vor zwei Jahren nach Canada zog, hatten wir immernoch regelmaessig Kontakt. Wir haben telefonisch fuer den anderen Haendchen gehalten, mitgelacht und manchmal auch mitgeweint.
Als ihr Sohn als autistisch diagnostiziert wurde, war's als haette mir jemand einen Schlag versetzt. Ich kann mir kaum vorstellen, wie schmerzhaft es fuer sie sein muss.
Ich habe verstanden, warum sie den schulmedizinischen Weg verliess und ihr Heil in exotischen Methoden suchte. (Ich wuerde auch alles versuchen.) Heute warf sie mir vor, dass ich die Schulmedizin verteidige (weil ich nicht an Pupillendiagnostik glaube. Und weil ich auch nicht glaube, dass Impfen Autismus verursacht. Diese elendige Studie wurde zurueckgenommen, aber Leute glauben noch immer an sie.). Ich unterstuetze sie nicht und fiele ihr nur in den Ruecken.
Ich hab versucht ihr zu erklaeren, dass man nicht immer einer Meinung sein muss.
Aber sie wurde sehr persoenlich und warf mir unter anderem vor, dass der kleine Mann Schuld am Autismus ihres Sohnes sei. Sein Haareziehen (als beide ungefaehr 9 Monate alt waren) haette ihn traumatisiert. Ich hab ihr vorgeschlagen fuer heute vielleicht mit dem Telefonieren Schluss zu machen. (Bevor mir auch noch der Kragen platzt und ich ihr etwas Verletzendes an den Kopf werfe.)
Aber sie hat nur gesagt: "Am Besten machen wir nicht Schluss mit dem Telefonat, sondern mit unserer Freundschaft."
Und wenn ich nicht Wildhueter spielen muss werden meine T-Shirts auch viel besser. (Entstanden gestern, nur mit der tatkraeftigen Hilfe des kleinen Mannes...)
Oft ruft der Ringelmann tagsueber ja nicht zu Hause an. Und tut er es, weiss man, er will etwas. Heute war es ein Anruf um mich zu informieren, dass er jetzt mit seinen Messungen anfaengt. Ich werde ihn nachher abholen, nach Hause bringen und dann wird er mit dem Auto zurueck zum Lab fahren. (Abends gibt es hier keine Busverbindung. Und die Baerenuni ist ein bisschen zu weit entfernt von uns um auf Schusters rappen nach Hause zu eilen.) Und jetzt werde ich in meine grade wieder aufgeraeumten Kueche verschwinden und ein kaltes Abendessen fuer drei hungrige Physiker bereiten. Denn vor 2/3h morgen frueh, wird der lange Mann nicht wieder nach Hause kommen. Eigentlich hatte ich mich ja auf zwei Stunden Fitnessstudio und einen Abend ohne das Ringelkind gefreut. Stattdessen gibt es nun Kochen und das Ringelkind ohne den Ringelpapa. Ich liebe den Job meines Mannes. Wirklich!
Also der kleine Mann muss nicht unsere Freunde (schon gar nicht die, die genau gleichalt sind) siezen. Sondern wir bitten ihn den Organisten in der Kirche, das aeltere Ehepaar ein paar Haeuser weiter und den Kinderarzt zu siezen.
Die angeblich ja so harmlosen Windpocken fuehrten bei mir als Kind zu einer schweren Mittelohrentzuendung. Seitdem habe ich einen Hoerverlust und mein HNO eroeffnete mir mal, dass ich damit rechnen muesse, irgendwann mein Hoervermoegen ganz zu verlieren.